Heute, Donnerstag 29. Mai 2008, ist rund um den Stachus der Strom ausgefallen. Lustig, wie lange die Erkenntnis gebraucht hat, dass das nicht nur unser Groops.de Büro, unsere 6. Etage, unser Gebäude ist (der Aufzug…), und Thomas sagt, in Minsk seien die Lichter auch gerade aus, habe seine Freundin gesagt. Und lustig auch, wie man plötzlich mit lauter Leuten redet, mit denen man sonst… na eben nicht redet. Katastrophil wie ich bin, musste ich mir natürlich ansehen, wie Karstadt und Saturn mit sowas umgehen. Karstadt war fast ganz dunkel, aber die Leute gingen rein und raus als ob nichts wäre. Kassen waren in Betrieb, Notstrom natürlich. Saturn und Footlocker am Stachus waren als einzige Geschäfte in der Gegend komplett beleuchtet, vollkommen normaler Betrieb, während links und rechts die Läden die Rolläden runterließen.

Ich hab dann meine Schwester angerufen, aber bei ihr in der Kanzlei war alles normal und auch noch nichts auf Google News, also lokale Situation.

Luschtig wars.

Nachdem mein Baby gutefrage.net schon lange den Kinderschuhen entwachsen ist und mit inzwischen über 75.000 Nutzern und über 600.000 Fragen und Antworten ein schönes Wachstum hingelegt hat, gibt es seit einiger Zeit auch zwei technische Klone, die sich ebenfalls sehr beachtlich entwickeln, nämlich sportlerfrage.net und motorradfrage.net. Für die Auswahl der verticals war v.a. wichtig, dass es sich um positiv besetzte Themen handelt, zu denen die Nutzern einen starken und lange anhaltenden emotionalen Bezug haben. Sowohl die Freizeitbeschäftigung Motorrad, als auch das breiter angelegte Thema aktiver Sport erfüllen diese Voraussetzungen. Also mal anschauen und Fragen stellen bzw. Antworten zu Motorradtouren oder der neuen Kawasaki bzw. zu Fitness oder Tennis. Viel Spaß dabei!

Ich war letzten Sonntag im Hamburger Bahnhof bei der Wolfgang Tillmans-Ausstellung. Während meiner Diplomarbeit hing bei mir ein Tillmans-Foto an der Wand neben dem Rechner, aus irgendeiner Zeitschrift, weiblicher Torso in Badewanne, das mir enorm beim Durchhalten geholfen hat.

Aber vom Sonntag ist bei mir nur eins hängen geblieben: Warhols Spruch an einer Wand “Geld Verdienen ist Kunst, und Arbeiten ist Kunst und ein gutes Geschäft ist die beste Kunst.” 10 Jahre München halt, hehe. Ah nein, da war doch noch was: das Vanitiy Fair-Interview, das ich an der Wand im Stehen las, sehr unbequem, und beim Wort “Fett Punks” dachte, wer fragt denn hier den Tillmans so ultracoole Fragen, und dann wars Rainald Goetz. Gerettet, für einen Moment zumindest.

Wir haben vor einiger Zeit entschieden, dass bei einem Service für lokale Gruppen und Offline Communities wie Groops die lokalen Domain-Extensions doch der richtige Weg sind. Immerhin wohnen wir in .de, .at oder .ch und nicht in .net ;)

Deswegen haben wir wieder auf länderspezifische Domains umgeschaltet: Groops Deutschland, Groops Österreich und Groops Schweiz.

Bei der Auswahl unserer Domain war ich leider etwas kurzsichtig: groops.de hat gleich mehrere Nachteile:

  1. “groops” kommt von “groups”. Spricht man groops Deutsch aus (”Grohps”), fehlt a.) die Assioziation zu “groups”, und b.) hört es sich ziemlich bekoppt an. groops.de läuft eher Gefahr, “Grohps” ausgesprochen zu werden als das internationale groops.net.
  2. groops.net passt auch inhaltlich besser: groops ist eine Meta Community für Gruppen, Clubs und Vereine, also im weitesten Sinne ein “Group Network” -> noch ein Pluspunkt für groops.net
  3. .net Domains sind ursprünglich für genau diese Zwecke (Netzwerke) eingeführt worden (oder bilde ich mir das nur ein?)
  4. groops hat seinen Schwerpunkt zunächst im deutschsprachigen Raum - aber eben nicht nur in Deutschland. Bei gutefrage.net haben wir die Erfahrung gemacht, dass eine “neutrale” Extension wie .net in Österreich und der Schweiz besser ankommt als die Piefke-Länderkennung (auch hier: korrigiert mich, wenn falsch). Ich kanns ja verstehen, geht mir nicht anders mit .at und .ch, das ist intuitiv ein Spezialangebot für das jeweilige Land.
  5. Warum nicht groops.at, groops.ch, groops.de, groops.fr, groops.es etc.? Wäre doch praktisch, dann könnte man die Sprachversion gleich daran aufhängen und zur lokalen Ausrichtung des Dienstes würde es ebenfalls passen. Ja, aber nein: Welche Länderkennung hat die Konstanzer Surfer-Gruppe? Welche die Straßburger Kochgruppe? Welche die Aachener Gärtner-Gruppe? Das haut alles nicht hin. Deswegen: groops.net

Einige wenige Vorteile hat die groops.de natürlich schon: sie ist bei Google ordentlich indexiert und hat einen kleinen Page Rank (bei .net habe ich beides durch einen Passwortschutz mit .htaccess vernichtet, grrrrr…). Aber das wiegt die Nachteile nicht auf. Wir migrieren. Wenn die Domain denn irgendwann mal umgezogen ist.

Etwas seltsam begann für mich die Vorstellungsrunde der Podiumsdiskussion zu User Generated Content beim Workshop on Social Online Services & Entrepreneurship: Oliver Wagner stellt die “Fragen und Antwort”-Plattform Lycos IQ vor, ich bin direkt nach ihm dran und sage: “tja, das hätte so auch von mir kommen können, abgesehen von Kleinigkeiten machen wir beim Holtzbrinck eLab mit GuteFrage nämlich genau dasselbe.” Aber in der Folge hat das dann natürlich überhaupt keine Rolle gespielt.

Stephan Uhrenbacher erzählte sehr offen von Finanzierung, Gründung und Produktentwicklung bei qype - alles wirklich interessant und vor allem realistisch (kein Salespitch, danke!!) - aber der leicht leidende Unterton ist ein wenig irritierend, immerhin geht es um das Web 2.0 Vorzeige-Startup… Mag daran liegen, dass Uhrenbacher Schwabe ist, und als Schwabe könnte immer alles viel besser sein. Oder doch was anderes? Lukasz Gadowski gab mir hinsichtlich qype und dessen Macher etwas zu denken, weil er anhand der Launch-Story von StudiVZ macht, wie wichtig die Leute sind, die das Produkt mit Leben füllen, ganz einfach, weil das Produkt ein zentralen Teil ihres lebens betrifft. Von Studenten für Studenten. Wichtige Erkenntnis, immer wieder.
Randnote: Was ich in so einem Kontext noch immer nicht verstehe, sind die notorisch ironischen Nebensätze oder Anführungszeichen, wann immer es um Web 2.0 geht. Aber gut, Schlaaand halt.

Insgesamt eine erfreuliche Veranstaltung. Mein persönliches Highlight war das Namensschild einer Mitarbeiterin von Audible Deutschland: Cornelia App - ziemlich cooler Name für eine Softwareentwicklerin.

Unter meiner Leitung entstand bei Holtzbrinck eLab die Q&A-Plattform GuteFrage…  Während das Design noch vorläufig (bzw. nicht vorhanden) ist, braucht sich die Funktionalität nicht vor answers.yahoo.com oder iq.lycos.de verstecken - ganz im Gegenteil: In Sachen Mashup haben wir neben RSS Feeds zu allem und jedem mit unserer JSON-API sogar deutlich mehr zu bieten. Damit kann sich jeder Blogger z.B. eine grafische Umfrage in seinen Blog einbinden, die sich automatisch aktualisiert, und die Kommentare werden natürlich ebenfalls im XML mit ausgeliefert.

Unbedingt ausprobieren!!

pointoo ist online

Ein weiteres Holtzbrinck eLab-Projekt ist online: pointoo - Tag Your World! Ein Geotagging-System ohne inhaltliche Vorgaben, befüllbar über ein Web-Interface und via Java App auf Series60/Symbian Smartphones.

Ich bin ja ziemlich gespannt, welche Themen am häufigsten gegeotaggt werden…

Jens Doka ist umgezogen

Ich wohne jetzt in der Georgenstr. 90 in 80798 München.

Jens Doka's neue Heimat

Also diese IMDB-Bewertungen werden mir immer unheimlicher. “Walk The Line” ist okay, die Kombi aus Mythos, selbst singenden Schauspielern und sehr professioneller Fotografie ist schon was wert, aber 8 IMDB-Sterne, 5 Oscar Nominierungen und 13 weitere wins & 14 nominations? Nö. Zuviel. Die Story ist nicht prämiert worden, das wäre auch echt ein Witz gewesen. Erwartbarer gehts nämlich nicht: Natural born KÜNSTLER mit banausigem Prolo-Dad zieht sein Ding durch und setzt sich mit seiner KUNST auch gegen spießige Freundin/Frau durch, rockt das Haus, steigt auf, trifft Seelenverwandte bei der Arbeit, Ruhm, stürzt ab (Pillen), wird gerettettettet (von Seelenverwandter), löst Vater- und Pillenproblem, Haus am See. GÄHN.

Aber gut. Die Story, wie gesagt, ist auch nicht prämiert worden. Batman Begins hat 8,3 Sterne bekommen, und das war bei Weitem der dämlichste Film in 2005.